Albanien · Prokletije / Albanische Alpen · Premium Routenguide
Albanische Alpen-Runde (Shkodër → Theth → Valbona → Kukës → Shkodër)
Die wohl wildeste Hochgebirgsstrecke Europas, die du wahrscheinlich noch nicht gefahren bist: 639 Kilometer rund um das Prokletije-Gebirge im Norden Albaniens. Über die frisch asphaltierten SH21-Serpentinen geht es von Shkodër hinauf in das Steinturmdorf Theth, wieder hinab und gen Osten über die spektakuläre Autobahn Rrugë e Kombit nach Kukës, dann nordwärts durch Bajram Curri nach Valbona unter den senkrechten Kalksteinwänden der Albanischen Alpen. Eine fantastische Zwei- bis Dreitagestour. Die komplette Route auf der Karte, GPX-Datei für dein Navi und motorradfreundliche Unterkünfte, die von anderen Fahrern getestet wurden.
- Distanz
- 639 km
- Höchster Punkt
- 1.688 m
- Höhenmeter
- 9.220 m
- Beste Monate
- Mai–Okt
Die Route
Große Runde ab Shkodër. Tag 1: Über Boga und die SH21-Serpentinen nach Nordosten nach Theth, zurück nach Shkodër (oder Übernachtung in Theth, wenn du zwei Nächte in den Bergen verbringen willst). Tag 2: Nach Osten auf der Achse A1/SH5 über Puka und Fushë-Arrëz nach Kukës, dann auf der SH22 nach Norden über Bajram Curri hinauf nach Valbona. Tag 3: Auf demselben Weg zurück nach Kukës und nach Westen über die Autobahn Rrugë e Kombit durchgehend nach Shkodër. Die Pins markieren motorradfreundliche Unterkünfte, die von anderen Fahrern getestet wurden.
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Funktioniert mit Garmin, TomTom, BMW Navigator, Calimoto, Kurviger, komoot, MyRouteApp. Als Track importieren, um exakt unserer Linie zu folgen. Straßendaten von OpenStreetMap (ODbL), Höhendaten von SRTM.
Track oder Route, so lädst du das in dein GPS
Was du herunterlädst, ist ein GPX Track, eine dichte, auf die Straße gesnappte Spur der exakten Linie mit Höhe an jedem Punkt. Es ist keine GPX Route (eine kurze Liste von Wegpunkten, zwischen denen dein Gerät neu plant). Tracks bewahren unsere Straßenwahl, Routen lassen das Gerät selbst entscheiden und schicken dich schnell auf eine langweilige Autobahn.
So nutzt du es auf deinem Navi:
- BMW Navigator / Garmin Zumo / zumo XT: als Track importieren, dann Convert to Route (oder Trip Planner, neue Tour aus dem Track), wenn du Abbiegehinweise willst. Recalculation ausgeschaltet lassen, damit es auf unserer Linie bleibt.
- TomTom Rider: GPX in MyDrive importieren, es lädt als Track oder Reiseroute. Follow the exact route aktivieren, damit nicht neu geplant wird.
- Calimoto: GPX öffnen und Import as tour wählen, Calimoto folgt der Tracklinie.
- Kurviger / komoot / MyRouteApp: GPX öffnen und Import as track wählen, um die Straßenwahl zu behalten. Import as route nur, wenn die App für dein Motorradprofil neu planen soll.
- Google Maps / Apple Maps: lesen kein GPX. Nutze die Karte auf dieser Seite oder importiere die Datei zuerst in eine GPX fähige App.
Faustregel: fragt dein Gerät "Track oder Route?", wähle Track für unsere exakte Linie, Route nur, wenn das Gerät neu planen soll.
Höhenprofil
Von ~-3 m am Fuß bis 1.688 m oben, 9.220 m Gesamtanstieg auf der ganzen Route.
Das ist genau die Strecke, die europäische Tourenfahrer vor zwanzig Jahren auf ihren 800er GS gefahren sind und Adventure-Riding nannten. Mittlerweile ist die Straße größtenteils asphaltiert - die SH21 nach Theth wurde 2022 durchgehend neu geteert und bietet feinsten, modernen Asphalt mit ordentlicher Entwässerung, und die Rrugë e Kombit von Kukës zurück zur Küste ist eine echte vierstreifige Gebirgsautobahn. Die Landschaft jedoch ist unverändert geblieben: 2.500 Meter hohe Kalksteinwände, Sackgassentäler, historische Kulla-Steintürme aus Zeiten der Blutrache und Dörfer, in denen abends noch Schafherden direkt an den Türen der Gästehäuser vorbeigetrieben werden.
Das absolute Highlight der Tour ist der Anstieg von Boga hinauf nach Theth. Zwanzig Kilometer frisch asphaltierte Serpentinen schrauben sich über den Pass von Theth (ca. 1.700 m), während die senkrechten Wände des Prokletije direkt aus dem Tal aufragen. Es gibt keine Reisebusse (die Straße ist zu neu). Es gibt kaum Verkehr. Du wirst einen Hirten auf einem Pferd überholen und auf der Stelle verstehen, warum Albanien als das letzte große Abenteuer für Motorradfahrer in Europa gilt.
Tacheles: Der Straßenzustand
Der albanische Asphalt ist viel besser als sein Ruf. Die beiden Paradestrecken dieser Runde - die SH21 Shkodër ↔ Theth und die Rrugë e Kombit (Kombi-Autobahn) Kukës ↔ Küste - sind professionell ausgebaute Straßen mit Fahrbahnmarkierungen, Entwässerung und Leitpfosten. Die SH22 nördlich von Kukës nach Bajram Curri ist ebenfalls durchgehend asphaltiert, bietet guten Belag und ist nur gelegentlich ausgebessert. Der letzte Abzweig von Bajram Curri hinauf nach Valbona ist etwas schmaler, aber größtenteils einspurig teert. Nichts auf dieser Runde erfordert Stollenreifen. Eine große Tourenmaschine reicht völlig aus.
Worauf du allerdings achten musst: (a) Bergdörfer, wo die Asphaltstraße auf den letzten 500 Metern zur Unterkunft auch mal in Schotter übergehen kann, (b) Vieh auf der Fahrbahn - Schafe und Kühe in der Dämmerung sind das reale Risiko, nicht der Asphalt, und (c) der lokale Fahrstil, den man am besten als improvisiert beschreibt. Niemand fährt besonders schnell (das geben die Straßen nicht her), aber Überholen vor unübersichtlichen Kurven ist völlig normal. Fahre vorausschauend und wappne dich für Überraschungen.
Der Tunnelabschnitt der Rrugë e Kombit von Kalimash zur Küste ist mautpflichtig - ca. 5 € für Motorräder an der Mautstelle Kalimash. Barzahlung oder Karte. Tanke unbedingt vor der Einfahrt; der Tunnel ist 5,6 km lang und dahinter gibt es erst einmal keine Tankstelle.
Mögliche Stützpunkte
Shkodër ist der praktische Ausgangspunkt: Eine lebendige Stadt mit Hotels auf internationalem Niveau sowie direkter Anbindung an die SH21 (nach Norden nach Theth) und die A1 (nach Osten nach Kukës). Der Skutarisee liegt direkt vor der Tür, die Festung Rozafa überragt die Stadt und der alt-osmanisch-venezianische Basar lädt zum Flanieren ein. Ideal, wenn du vom Flughafen Podgorica (Montenegro, 90 Min. nördlich) oder Tirana (2 Std. südlich) anreist.
Theth ist die stimmungsvolle Basis in den Bergen: Ein Tal, 30 Unterkünfte aus Stein, außer einem kleinen Kiosk keine Geschäfte, aber eine unfassbare Kulisse. Zwei Nächte hier sind der Klassiker: Anreise an Tag 1, Ruhetag mit einer Wanderung zum Blue Eye von Theth oder zum Grunas-Wasserfall, Abreise an Tag 3 weiter nach Osten.
Valbona ist das östliche Gegenstück zu Theth: Ein Bergdorf am Ende der Straße mit hölzernen Gästehäusern und spektakulären Gipfeln. Der berühmte Wanderweg Theth–Valbona verbindet beide Orte über den Kamm (8 Stunden zu Fuß). Deshalb machen Wanderer die Runde meist als Shkodër → Theth → Wanderung → Valbona → Bajram Curri → Shkodër. Motorradfahrer müssen den weiten Bogen außen rum fahren - genau deshalb gibt es diese Motorradroute.
Bajram Curri ist der praktische Zwischenstopp auf halber Strecke, wenn du nicht bis nach Valbona durchfahren möchtest. Eine bodenständige Kleinstadt mit Tankstellen, Werkstätten, Hotels und Restaurants. Nicht wunderschön, aber perfekt gelegen.
Wetter, Reisezeit & Ausrüstung
Die Albanischen Alpen sind ein echtes Hochgebirge mit 2.500 Meter hohen Gipfeln. Die Saison für Motorradfahrer geht von Mai bis Oktober. Mai und Juni sind grün und frisch mit prall gefüllten Wasserfällen; September und Oktober bieten klaren Himmel, leere Straßen und stabiles Wetter. Juli und August sind im Flachland heiß (35 °C in Shkodër), aber angenehm kühl in den Bergen (20 °C in Theth) - der Haken ist allerdings, dass Theth an Sommerwochenenden durch Heimaturlauber und Familien aus Albanien und dem Kosovo recht voll wird.
Im Winter schließt der Schnee die SH21 nach Theth meist von November bis April. Die Autobahn Rrugë e Kombit bleibt das ganze Jahr über geöffnet.
Stelle dich auf große Temperaturunterschiede ein. Bei einer Sommertour von Shkodër nach Theth hast du beim Frühstück an der Küste 35 °C und am Vormittag auf der Passhöhe nur noch 15 °C. Das Zwiebelprinzip ist Pflicht. Regenkleidung gehört ins Gepäck, da sich an Juli- und Augustnachmittagen häufig Gewitter über den Gipfeln bilden.
Spritversorgung: In Shkodër, Puka, Kukës, Bajram Curri und entlang der Rrugë e Kombit gibt es reichlich Tankstellen. Nördlich von Koplik gibt es auf dem Weg nach Theth nur noch zwei Zapfsäulen - tanke also unbedingt in Koplik voll. Auf den letzten 30 Kilometern im Tal zwischen Bajram Curri und Valbona gibt es überhaupt keine Tankstelle mehr. Bargeld (Albanische Lek oder Euro werden in den Gästehäusern akzeptiert) ist in den Dörfern extrem nützlich; Kartenzahlung funktioniert in Shkodër und Kukës.
Tipps für den fahrfreien Tag
Das Blue Eye von Theth (Syri i Kaltër) erreichst du nach einem 45-minütigen Spaziergang vom Dorf aus. Es ist eine Karstquelle mit surreal blauem Wasser und die klassische Aktivität für einen Ruhetag in Theth. An heißen Tagen Badesachen nicht vergessen!
Der Grunas-Wasserfall liegt nur 20 Gehminuten vom Dorf Theth entfernt. Ein einfacher Weg führt zu dem 30 Meter tiefen Sturzbach in einer Kalksteinschlucht. Zusammen mit dem Blue Eye ist der Ruhetag damit perfekt ausgefüllt.
In Valbona lohnt sich eine kleine Wanderung vom Gästehaus das Tal hinauf. Der Weg Richtung Theth-Pass verwandelt sich nach etwa 45 Minuten in eine echte alpine Tour mit Blick direkt auf die gewaltige Nordwand des Jezerca. Zwei Stunden hin und zurück reichen für fantastische Ausblicke völlig aus.
In Shkodër solltest du dir einen halben Tag Zeit für die Festung Rozafa (illyrische Fundamente, venezianische Mauern und Panoramablick über See und Flüsse) sowie das historische Fotomuseum Marubi in der Fußgängerzone nehmen.
Was du unterwegs sehen solltest
- Shkodër - Stützpunktstadt im Norden. Osmanische Altstadt, Festung Rozafa, Skutarisee. Reichlich Unterkünfte, Tankstellen und gute Fernstraßenanbindung.
- Koplik - Letzte Stadt vor dem Anstieg der SH21 nach Theth. Letzte Tankmöglichkeit, Cafés an der Hauptstraße. Hier nach Osten über Boga Richtung Theth abbiegen.
- Boga - Kleine Wintersportgemeinde am Beginn der frisch asphaltierten SH21-Serpentinen. Ideal für einen Kaffeestopp vor der Auffahrt.
- Theth - Urchiges Steinturmdorf im Herzen der Albanischen Alpen. 30 Gästehäuser, Wasserfälle, das Blue Eye. Perfekter Ort für zwei Übernachtungen.
- Rrugë e Kombit toll (Kalimash) - Mautstelle auf der Autobahn östlich von Kukës. Ca. 5 € für Motorräder. Barzahlung oder Karte.
- Kukës - Bodenständige Stadt auf der Hälfte der Strecke mit Hotels und Tankstellen. Dreh- und Angelpunkt zwischen dem westlichen (Shkodër/Theth) und nördlichen (Valbona) Streckenabschnitt.
- Bajram Curri - Nördlicher Ausgangspunkt für das Valbona-Tal. Tankstellen, Hotels, Werkstätten. Landschaftlich nicht spektakulär, aber die letzte echte Stadt vor den Bergen.
- Valbona - Bergdorf am Ende der Straße unter der Nordwand des Jezerca. Hölzerne Gästehäuser, dramatische Gipfel und Ausgangspunkt der berühmten Wanderung nach Theth.
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