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SS-125 Sardinien Küstenrunde
752 Kilometer. Eine volle Woche im Sattel. Die Ostküste hinauf auf der SS-125 - Muravera, Tortolì, die Serpentinen von Baunei, der Genna Silana auf 1.022 m, hinunter nach Dorgali und Orosei. Dann durch die Granitlandschaft der Gallura nach Palau und Santa Teresa, und entlang der wilden Westküste über Sassari, Alghero, Bosa und Oristano zurück nach Süden. Eine der schönsten Inselrunden im Mittelmeer.
- Distanz
- 751,7 km
- Höchster Punkt
- 1.022 m
- Höhenmeter
- 6.076 m
- Beste Monate
- Apr–Okt
Die Route
So erlebt man ganz Sardinien richtig. Die SS-125 bildet das Highlight - Italiens beliebteste Küstenstrasse, die sich von Cagliari im Süden bis hinauf nach Olbia an die Ostküste schmiegt. Allein gefahren ist sie jedoch nur eine Hin- und Rückstrecke. Diese Runde ergänzt die wilde Westküste (die SP-105 von Alghero nach Bosa steht der SS-125 in nichts nach), die Granitfelsen der Gallura im Norden und das Landesinnere zwischen Sassari und Oristano für den Lückenschluss. Sieben Tage, wenn man die Fahrt geniessen möchte, fünf, wenn man zügig unterwegs ist.
Die Marker zeigen motorradfreundliche Unterkünfte, die von anderen Motorradfahrern entlang der Route getestet wurden. Cagliari ist der ideale Start- und Endpunkt (Fähre ab Civitavecchia oder per Flugzeug), während Tortolì, Dorgali, Olbia, Alghero und Oristano die perfekten Zwischenstopps für Übernachtungen bieten.
Funktioniert mit Garmin, TomTom, BMW Navigator, Calimoto, Kurviger, komoot, MyRouteApp. Als Track importieren, um exakt unserer Linie zu folgen. Straßendaten von OpenStreetMap (ODbL), Höhendaten von SRTM.
Track oder Route, so lädst du das in dein GPS
Was du herunterlädst, ist ein GPX Track, eine dichte, auf die Straße gesnappte Spur der exakten Linie mit Höhe an jedem Punkt. Es ist keine GPX Route (eine kurze Liste von Wegpunkten, zwischen denen dein Gerät neu plant). Tracks bewahren unsere Straßenwahl, Routen lassen das Gerät selbst entscheiden und schicken dich schnell auf eine langweilige Autobahn.
So nutzt du es auf deinem Navi:
- BMW Navigator / Garmin Zumo / zumo XT: als Track importieren, dann Convert to Route (oder Trip Planner, neue Tour aus dem Track), wenn du Abbiegehinweise willst. Recalculation ausgeschaltet lassen, damit es auf unserer Linie bleibt.
- TomTom Rider: GPX in MyDrive importieren, es lädt als Track oder Reiseroute. Follow the exact route aktivieren, damit nicht neu geplant wird.
- Calimoto: GPX öffnen und Import as tour wählen, Calimoto folgt der Tracklinie.
- Kurviger / komoot / MyRouteApp: GPX öffnen und Import as track wählen, um die Straßenwahl zu behalten. Import as route nur, wenn die App für dein Motorradprofil neu planen soll.
- Google Maps / Apple Maps: lesen kein GPX. Nutze die Karte auf dieser Seite oder importiere die Datei zuerst in eine GPX fähige App.
Faustregel: fragt dein Gerät "Track oder Route?", wähle Track für unsere exakte Linie, Route nur, wenn das Gerät neu planen soll.
Höhenprofil
Von ~0 m am Fuß bis 1.022 m oben, 6.076 m Gesamtanstieg auf der ganzen Route.
Tag 1 führt Sie auf der Küstenstrasse über Villasimius und Muravera aus Cagliari heraus. Tag 2 bringt den Postkartenabschnitt: von Tortolì durch die Serpentinen von Baunei, über den Pass Genna Silana und hinunter nach Dorgali. Tag 3 bedient Orosei und die Aussichtspunkte über den Golf bis nach Olbia. Tag 4 umrundet die Nordspitze der Gallura (Palau, Santa Teresa) und führt über Castelsardo wieder nach Süden. Tag 5 verläuft von Sassari nach Alghero und über die SP-105 nach Bosa - dieses Stück sollte man auf keinen Fall auslassen. Tag 6 überquert die Sinis-Halbinsel nach Oristano. Tag 7 schliesst die Runde durch das Campidano zurück nach Cagliari.
Auf dem Papier sind es 752 km, aber die SS-125 nördlich von Tortolì zieht sich: echte Serpentinen und enge Kurven statt schneller Schwünge, und die Fotostopps häufen sich. Planen Sie mindestens 6 bis 7 Fahrtage ein. Die GPX-Datei oben enthält die gesamte Runde, die sich in jeder der genannten Städte flexibel unterbrechen lässt.
Die Strecke im Detail
Die SS-125 südlich von Tortolì ist eine schnelle, gut ausgebaute Küstenstrasse mit einigen langgezogenen Kurven - angenehm, aber unaufgeregt. Von Tortolì nach Dorgali verwandelt sie sich in das, wofür alle herkommen: ein zweispuriges Asphaltband, das in Kalksteinfelsen gehauen ist. Eine Kehre jagt die nächste, während die Strasse zum Gebirgspass Genna Silana auf 1.022 m ansteigt und anschliessend zur Supramonte-Hochebene über Dorgali abfällt. Der Belag ist gut, die Sichtachsen sind frei, und unter der Woche ausserhalb des Augusts gibt es kaum Verkehr.
Die Überraschung an der Westküste ist die SP-105 zwischen Alghero und Bosa. Sie ist kürzer als die SS-125, aber mindestens genauso spektakulär: Eine Küstenstrasse auf den Klippen, das Mittelmeer auf der einen Seite, einsame Macchia-Landschaft auf der anderen - und ausserhalb der Sommerwochenenden vollkommen verwaist. Einheimische behaupten, es sei die beste Strasse der Insel. Sie könnten recht haben.
Die Abschnitte im Landesinneren (Sassari nach Oristano, Oristano zurück nach Cagliari) verlaufen geradliniger und schneller. An Tag 6 wird man über diese flüssigeren Abschnitte durchaus dankbar sein.
Beste Reisezeit, Wetter und Hitze
Die Saison läuft von April bis Oktober. Mai, Juni und September bieten die besten Bedingungen: angenehm warm, ideal zum Baden und mit freien Strassen. Juli und August bringen Hitze (35 °C+ im Landesinneren) und Trubel mit sich. Die Unterkunftspreise verdoppeln sich, Fähren sind ausgebucht und auf der SS-125 stauen sich viele Urlauberautos. Die Woche um Ferragosto Mitte August sollte man nach Möglichkeit meiden.
Eine Tour im Winter ist zwar möglich, aber nicht ideal für diese Route. Im Januar und Februar kann am Genna Silana Schnee liegen, viele Küstenrestaurants haben geschlossen und die Fähren vom Festland verkehren seltener. Der April läutet die Saison ein, der Oktober schliesst sie ab.
Anreise und Tanken
Fähren: Civitavecchia (Rom) → Olbia oder Cagliari, Livorno → Olbia, Genua → Porto Torres. Nachtfahrten sind die entspannteste Option: Man schläft an Bord und wacht auf Sardinien auf. Den Motorradtarif für den Sommer sollte man Monate im Voraus buchen.
Flüge: Cagliari, Olbia und Alghero bieten beste Anbindungen an Europa. Motorradvermietungen gibt es an allen drei Orten (begrenzte Flotten, frühzeitig reservieren).
Tanken: Entlang der gesamten Route unproblematisch. Selbst die kleinen Dörfer an der Ostküste verfügen über Tankstellen. Die einzige nennenswerte Lücke ist der Abschnitt am Genna Silana selbst - vor dem Aufstieg unbedingt in Tortolì oder Dorgali volltanken.
Empfohlener 7-Tage-Ablauf
Fahrrichtung: Die Runde lässt sich in beide Richtungen hervorragend fahren. Unser GPX führt gegen den Uhrzeigersinn ab Cagliari (Süden → Ostküste → Norden → Westküste → zurück), was sich für die Anreise mit der Fähre nach Cagliari anbietet. Wer nach Olbia fliegt und dort ein Motorrad mietet, wählt den Uhrzeigersinn: Olbia → Santa Teresa → Westküste hinab → Sant'Antioco → Cagliari → Tortolì → zurück nach Olbia. Gleiche Strassen, gleiche 752 km, gleiche Woche.
Tag 1 - Cagliari → Tortolì (~180 km). SS-125 entlang der Küste über Villasimius und Muravera. Entspannter Auftakt zum Einrollen.
Tag 2 - Tortolì → Dorgali (~85 km, tagesfüllend). Die Serpentinen von Baunei, Gebirgspass Genna Silana, Abfahrt in den Supramonte. Wenige Kilometer, aber viel Fahrzeit. Nachmittags lohnt sich ein Abstecher zum Ausgangspunkt der Gola di Gorropu.
Tag 3 - Dorgali → Olbia (~130 km). Orosei, Aussichtspunkte über den Golf, Siniscola, weiter nach Olbia. Costa-Smeralda-Territorium - etwas teurer, aber die Küste zwischen Siniscola und Olbia ist bildschön.
Tag 4 - Olbia → Alghero (~180 km) über Palau, Santa Teresa Gallura und Castelsardo. Granitfelsen im Norden, genuesische Seefestungen auf dem Weg nach Süden.
Tag 5 - Alghero → Bosa → Oristano (~110 km). Kurze Strecke auf dem Papier, da man die kurvenreiche SP-105 am liebsten doppelt fährt und an jedem Aussichtspunkt anhält. Dürfen Sie nicht verpassen.
Tag 6 - Oristano → Sant'Antioco (~110 km). Weiter nach Süden entlang der Westküste und über den kurzen Damm auf die Insel Sant'Antioco zur Übernachtung. Ruhiges Fischerstadt-Flair, hervorragender Fisch und phönizische Ruinen. Ein Tipp von einem Motorradfahrer, der die Runde im Uhrzeigersinn gefahren ist.
Tag 7 - Sant'Antioco → Cagliari (~95 km). Zurück über den Damm und gen Osten entlang der Südküste zum Abschluss der Runde. Wer pünktlich startet, ist bis zur Mittagszeit zurück in Cagliari.
Was du unterwegs sehen solltest
- Serpentinen von Baunei (SS-125) - Das Herzstück der Route. Rund 25 km durchgehende Serpentinen und Kurven zwischen Baunei und Genna Silana, in Kalkstein gehauen, mit Meerblick auf der einen und dem Supramonte-Massiv auf der anderen Seite.
- Passhöhe Genna Silana (1.022 m) - Höchster Punkt des Anstiegs auf der SS-125 ab Baunei. Kleines Albergo/Café auf der Passhöhe - idealer Kaffeestopp vor der Abfahrt nach Dorgali.
- Gola di Gorropu - Eine der tiefsten Schluchten Europas, direkt an der SS-125 nahe Dorgali. Die Anfahrt per Motorrad ist kurz, der Fussweg zum Eingang dauert etwa 90 Minuten pro Strecke. Ein lohnender Nachmittagsausflug.
- Costa Smeralda - Zwischen Olbia und Palau. Die Strände sind teilweise überlaufen, aber die Küstenstrasse ist wirklich wunderschön und die Granitfelsen haben einen ganz eigenen Charakter.
- SP-105 Alghero → Bosa - Die Antwort der Westküste auf die SS-125. Rund 45 km freier Klippenasphalt, mit dem Mittelmeer zur Rechten. Am besten am Nachmittag von Alghero nach Süden fahren, um das schönste Licht mitzunehmen.
- Castelsardo - Genuesische Festungsstadt auf einer Landzunge zwischen Santa Teresa und Sassari. Die Altstadt lohnt einen kurzen Zwischenstopp, tolle Aussichtspunkte gibt es direkt unterhalb der Festungsmauern.
- Tharros (Sinis-Halbinsel) - Phönizisch-römische Ruinen auf einer Landzunge westlich von Oristano. Optionaler Abstecher an Tag 6: Die Zufahrtsstrasse ist flach und ruhig, die Ruinen liegen direkt am Strand.
- Sant'Antioco (optionale Übernachtung) - Kleine Insel vor der Südwestküste, über einen kurzen Damm mit dem Festland verbunden (~15 km Abstecher von der Hauptroute bei Carbonia). Entspanntes Fischerstadt-Flair, hervorragender Fisch und phönizische Ruinen - perfekt für einen Zwischenstopp zwischen Oristano und Cagliari. Empfohlen von einem Fahrer, der die Runde im Uhrzeigersinn gefahren ist.
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